Author

Josef Neuburger, Christopher Lammel, Agnes Grünerbl, M Brecht, V Grosse, K Hager, Michael Marschollek, Paul Lukowicz

Abstract

Durch das Immer-Älter-Werden der Bevölkerung entwickeln sich neue Herausforderungen für Medizin und Technik. Eines der Ziele in diesen Bereichen ist es beizutragen damit Menschen möglichst lange selbstständig und unabhängig leben zu können. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist, pathologische Veränderungen in relevanten Gesundheitsparametern möglichst früh zu erkennen und Unfälle, welche häufig lange Krankenhausaufenthalte und in Folge eine starke Verschlechterung des allgemeinen körperlichen Zustandes des älteren Menschen bzw. bleibende funktionelle Einschränkungen mit sich ziehen können, möglichst zu vermeiden. Die Inzidenz von Stürzen bei Über-65-Jährigen innerhalb eines Jahres beträgt zwischen 25,1% (Männer) und 37% (Frauen) [1]. Stürze führen in etwa 20% zu interventionspflichtigen Folgen [2] und in etwa 3-5% der Fälle zu Frakturen [1, 2]. Außerdem tritt häufig das sog. „Post-Fall-Syndrome“ [3] auf mit der Angst vor erneuten Stürzen, was wiederum zu insgesamt verminderter Aktivität führen kann und mit sozialer Isolation einhergeht. Die jährlichen Kosten von Stürzen und deren Folgen werden in den USA auf knapp 20 Mrd. $ geschätzt [4]. Aufgrund dieser bekannten Problematik werden seit Jahrzehnten Assessment-Werkzeuge für das individuelle Sturzrisiko entwickelt [6]. Eine klare Empfehlung für einen Test kann allerdings derzeit nicht gegeben werden [6]. Die in geriatrischen Kliniken häufig verwendeten Tests (z.B. [7] oder [8]) identifizieren nur etwa die Hälfte der stürzenden Personen korrekt [9, 10]. Die z.T. in der Durchführung sehr aufwändigen Tests sind zudem bisher nicht außerhalb von Kliniken validiert worden. Der Einsatz von sensorbasierten Systemen wird nun erforscht mit dem Ziel, keine dedizierten Tests mehr durchführen zu müssen, sondern objektive Messungen während alltäglicher Aktivitäten über längere Zeiträume zu ermöglichen. Für die exakte Vermessung von Gangparametern existiert eine Vielzahl von Systemen (z.B. Sensorteppiche), die meist aber in Ganglaboren eingesetzt werden. Bisher sind keine prospektiven Studien bekannt, die den Einsatz solcher ambienter Sensoren – auch in Kombination mit den häufig verwendeten tragbaren Sensoren – zur Sturzrisikoerfassung in der häuslichen Umgebung von Patienten untersucht haben.

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